THEATER IN LICHTBLICKEN LÄCHELNDER SCHATTEN


nennt Albrecht Walter sein "gegenwartend", "poesierliches" Theater, welches er in den letzten zwölf Jahren seiner solistischen Bühnenarbeit entwickelt hat. Darin versucht er gegenwärtig improvisierend - "ohne Netz und doppelten Boden" - nur mit den geistig gefühlten Grundlagen zu arbeiten, die gerade im Raum anwesend sind.

Albrecht Walter , genannt "der Casilianer", schlüpft auf der Bühne wechselseitig in die Haut zwei verschiedener Persönlichkeiten, die jede auf ihre Weise das Spiel aus dem "Gegenwarten" heraus gestalten: Tullio Tardi (Sprache und Zeichnung) und Riccardo Muto (Musik und Tanz). In casilianisch humorgetragener Gegenwärtigkeit entfalten sie ihre Improvisationen. Tullio, der beherzte Traumtänzer im Augenblick, springt immer wieder auf's Neue ins weite Himmelsmeer augenblicklicher Eingebungen: in wundersamen Geschichten und Gedichten mit kuriosen Gegenständen und Materialien - in seiner "Poesia Da'Miná" (unversehene Poesie). Riccardo hingegen, der wunderlich schweigsame in Gegenwart, füllt die besinnlich gedanklichen Pausen mit tänzelnden Gesten und seiner "Musica Na'Dima" (unerhörte Musik) auf verschiedensten Musikinstrumenten.

Damit knüpfen  sie an eine "casilianische Spieltradition" an, die ihr gemeinsamer Urvater, der alte hoch und tiefwürdige Narr Alliorido Casiliandro vor circa 150 Jahren sozusagen "in's Leben gerufen" hat. In großer Würdigung seiner "Spielidee" lassen sie ihren Urvater Alliorido an jedem ihrer Auftritte als "Geist im Schattenwurf" teilnehmen. Sie beginnen ihr Theater immer mit den so wundersamen letzten Worten Allioridos, bevor er damals in einer casilianischen Theaterhöhle lächelnd verstarb:

"Das ist sie: die Gegenwart, die aufsteigt aus dem Grunde des Lachens, welches ein Weinen ist - wie vor unzählbaren Zeiten aus den dunklen Tiefen des Mitteltränenmeeres auftauchte: unsere kleine Vulkaninsel Casilia, feurig und monalisart lächelnd.

Ein neues Theater ist geboren. Es soll heißen:
THEATER IN LICHTBLICKEN LÄCHELNDER SCHATTEN.
Lassen wir uns in dieser geschützten Räumlichkeit auf die Gegenwart ein, auf etwas, was wir nicht erwarten: also auf das GEGENWARTEN.

Machen wir ganz mutig einen wagemütlichen Spaziergang auf einer poesierlichen Insel, die uns in ihrer gegenwartenden Natur immer wieder überraschen darf:
zwischen Lichtblicken und lächelnden Schatten."

(Alliorido Casiliandro, um 1859, als er dieses Theater kurz vor seinem Tod entdeckte)


(siehe auch
Geschichte)


(Dieses Theater kann in jedem "geschützten" Raum spielen, weil es keine herkömmliche Bühne braucht.)


Tullio Tardi spielt auch weiterhin gerne für Kinder mit seinem feinen, casilianischen Stuhltheater. In diesem bringt er zusammen mit seinen MitspielerInnen (selbstgebauten Handpuppen) heiter-phantastische casilianische Geschichten auf die Bühne.